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Zahlenspiele

11.550 Unterschriften haben wir als Bündnis gegen die Verlagerung des Ankunftszentrums in die Wolfsgärten gesammelt, 9.645 wurden als zulässig anerkannt.

In kommunalpolitischen Aktivitäten und namentlich in Bürgerbegehren ist bekannt, dass der Sachverstand und das Engagement der Bewohner:innen mit der Nähe zum fraglichen Objekt oder zum Thema wächst. Wen wundert es, dass die Wieblinger Aktivisti häufig und erfolgreich mit der Unterschriftensammlung unterwegs waren? Die Wieblinger und Anrainer kennen die Wolfsgärten besser als die meisten Heidelberger:innen. Sie wissen aus Anschauung, dass es unsinnig ist, Wohnungen in den Wolfsgärten am Autobahnkreuz für teures Geld zu errichten und dabei fruchtbaren Acker zu bebauen.

Daraus den Vorwurf des „Not In My Backyard“ (NIMB) abzuleiten, ist unredlich und perfide. Dieser Vorwurf wird gern mal wechselweise oder gleichzeitig gegen verschiedene Stadtteile und übrigens auch gegen die zukünftigen Bewohner:innen des Patrick-Henry-Village erhoben.

Kleine Anekdote: Ein Wieblingerin meinte bei der Unterschriftensammlung, sie sei gegen die Verlagerung des Ankunftszentrums für Flüchtlinge in die Wolfsgärten, sie könne aber nicht unterschreiben, weil dem Stadtteil dann der Vorwurf des NIMB gemacht würde. Kennt sich aus. Eine respektvolle Debattenkultur tut not.

Die Verteilung der zulässigen Unterschriften auf die Stadtteile gibt deutlich die Aktivitäten unserer Sammler:innen wieder. In Rohrbach und in der Südstadt fand schon Anfang Oktober ein fulminanter Auftakt statt. In der Altstadt, in der Weststadt und in Wieblingen wurden von Anfang an kontinuierlich auf der Straße Unterschriften gesammelt. Im Pfaffengrund haben wir nur die letzten drei Wochen gesammelt, und in Schlierbach hatten wir gar keinen Stand. Dennoch kamen einige Unterschriften zusammen. Im Emmertsgrund und auf dem Boxberg waren wir nur an einem Tag vertreten, im Emmertsgrund zudem an einem nebligen und regnerischen Tag, an dem wenig Menschen unterwegs waren. Weniger erklärlich ist allerdings die Bahnstadt.

Wir haben Anfang November das Sammeln von Unterschriften eingestellt, insbesondere wegen des zweiten Lockdowns in der Corona-Pandemie zum Schutz der Menschen, die wir ansprechen würden, und zu unserem eigenen Schutz. Aber die Zahlen zeigen, welches Potential an Unterschriften bei weiteren Aktivitäten vorhanden wäre.

One comment
  1. Christina Kreckel-Arslan

    Wer die Wolfsgärten als „Backyard“ von Wieblingen bezeichnet, hat von den räumlichen Gegebenheiten keine Ahnung. Die Wolfsgärten mögen zwar offiziell zu Wieblingen gehören, doch kennt der gemeine Wieblinger diese Flächen allerhöchstens von gelegentlichen sonntäglichen Fahrradausflügen über die Felder. Ein Ankunftszentrum an dieser Stelle würde die Wieblinger in ihrem alltäglichen Leben überhaupt nicht tangieren. Vermutlich würde es kein Wieblinger überhaupt bemerken, wenn hier still und heimlich ein Ankunftszentrum hochgezogen würde. Dann eher schon die Eppelheimer. Die bei OB Würzner so beliebte „Not in my backyard“ Argumentation macht daher – mal wieder – nicht den geringsten Sinn. Aber wo die Argumente ausgehen, muss man sich halt mit Plattidüden behelfen.

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