Bürgerentscheid Ankunftszentrum Heidelberg

Unsere Vorschläge

Vorschläge für die Umsetzung eines Ankunftszentrums im Patrick-Henry-Village


Das eindeutige Ergebnis des Bürgerentscheids Ankunftszentrum und die weitgehende Einigkeit der politisch Verantwortlichen ermöglicht es uns, dass wir gemeinsam zügig zu Lösungen in der Planung und in der Umsetzung kommen können. Hier fassen wir den Diskussionsstand und die Vorschläge zusammen:

  1. Das Ankunftszentrum wird auf den vorhandenen Konversionsflächen des Patrick-Henry-Village untergebracht. Das Land hält sich an die Zusagen, die es für ein Ankunftszentrum in Heidelberg gegeben hat. Es wird ein Ankunftszentrum für bis zu 2.000 Geflüchtete errichtet, in einer architektonisch und qualitativ hochwertigen Bauweise, sei es im Bestand oder im Neubau. Das Amt für Vermögen und Bau sowie andere Stadtplaner und Architekten haben schon Visualisierungen für Holz- oder Holzmodulhäuser gezeigt.
    Die Räumlichkeiten können auf drei Einheiten verteilt werden, eine Einheit für Administration und medizinische Versorgung sowie zwei Gebäudekomplexe für das Wohnen der Geflüchteten. Die unabhängige Sozial- und Verfahrensberatung soll räumlich getrennt vom BAMF untergebracht werden. Eine Einheit kann aus einem größerem oder mehreren Gebäuden bestehen. Alle Einheiten befinden sich in fußläufiger Entfernung zueinander.
    Die Aufteilung des Ankunftszentrums in verschiedenen Gebäudekomplexen von unterschiedlicher Größe ermöglicht eine städtebauliche und soziale Integration, es ermöglicht auch eine größere Flexibilität zur Unterbringung verschiedener Gruppen. Andererseits sind drei Einheiten ausreichend kompakt und überschaubar.
  2. Gemeinschaftsräume, Frei- und Sportflächen können von allen Bewohner:innen und Besucher:innen der Siedlung Patrick-Henry-Village genutzt werden:
    o Chapel
    o Räume mit Bibliothek und Spiele, Klavier/Musikraum, Nähstube u.a.
    o Räume für Sprachunterricht und Kinderbetreuung
    o Frei- und Sportflächen. Sportvereine, die auch eine kurzfristige Teilnahme ermöglichen, werden unterstützt. Ausrüstung (z.B. Sportklamotten) für die Geflüchteten wird vom Land gestellt.
  3. In Zusammenarbeit mit der Stadt werden eine KiTa und eine Grundschule für alle Kinder eingerichtet, mit Vorbereitungsklassen als niedrigschwelliges Angebot für geflüchtete Kinder.
  4. Das Land und die Stadt unterstützen zudem Initiativen zum Kennenlernen, Spracherwerb, Nachbarschaftstreffen, Pat:innen, Spieletreffen, Konzerte, Events und partizipative Projekte sowie Angebote zum Abbau von Ängsten, Vorurteilen und Rassismus.
  5. Die Infrastruktur des täglichen Bedarfs wird sofort mit den ersten Schritten geplant und umgesetzt, in Abstimmung mit der Region, besonders mit Eppelheim, und evt. unter Einbeziehung Geflüchteter und von Menschen, die selbst eine Flucht- oder Migrationsbiografie haben: ein Bäcker, ein Bistro mit Außenbereich sowie ein Lebensmittelgeschäft und einen Hofladen zum Beispiel.
    Digitale kabelgebundene und wlan-Zugänge werden in den Gebäuden und im öffentlichen Raum gewährleistet.
    Vorschläge für die Umsetzung eines Ankunftszentrums im PHV BAFF, 19.05.2021
  6. Die soziale Einbindung und Belebung der Siedlung wird durch die gleichzeitige Errichtung eines Studentenwohnheims und/oder Seniorenheims oder von betreutem Wohnen erleichtert. Diese Einrichtungen werden gleichzeitig mit der Errichtung des Ankunftszentrums angegangen. Wie auch in anderen Stadtteilen wird im Patrick-Henry-Village ein Quartiersmanagement, hier mit interkulturell kompetenten Mitarbeitenden, eingerichtet.
  7. Bevor die Straßenbahn gebaut ist, wird Mobilität sofort und direkt durch einen Schnellbus, der von allen genutzt werden kann, gewährleistet. Mögliche Route: Schwetzingen – PHV – HBF – Bismarckplatz – Uniplatz und zurück. Ein Fahrradweg wird südlich des Pfaffengrunds u./o. über den Pleikartsförster Hof erstellt, der Stückerweg wird in Zusammenarbeit mit Eppelheim für Fahrräder passier- und nutzbar gemacht.
    Fahrräder werden für Geflüchtete vom Land zur Verfügung gestellt, eine Fahrradwerkstatt mit Möglichkeit der Selbsthilfe eingerichtet.
  8. Expert:innen haben ein Gewaltschutzkonzept entwickelt, das in der Planung und Einrichtung des Ankunftszentrums umgesetzt wird. Dabei sind u.a. folgende Punkte zu berücksichtigen: eine ausgewogene Belegung verschiedener Gruppen in verschiedenen Konstellationen, insbesondere für Frauen mit Kindern und ohne Kinder; Wahrung der Privatsphäre und Mitspracherecht der Geflüchteten bei der Belegung; ausreichend und abschließbare Sanitäranlagen, Aufenthalts- und Ausweichräume, Teeküchen, Schutzflure und Notfallzimmer, Beleuchtungs- und Notfallkonzept, barrierefreie Räume in allen Bereichen.
  9. Der Gemeinderat hat in der Sitzung am 18.06.2020 beschlossen, die Entwicklung in den nächsten 10 Jahren auf die Konversionsfläche des Patrick-Henry-Village zu begrenzen und keine landwirtschaftlichen Flächen zu beanspruchen. Dieser Beschluss gilt weiterhin.

Heidelberg bietet dem Land die Möglichkeit, ein Ankunftszentrum für Geflüchtete in eine entstehende Siedlung zu integrieren. Das ist eine große Chance, es kann ein beispielhaftes Projekt entstehen. Daher sorgt das Land finanziell, materiell und ideell für eine hochwertige und qualitätsvolle Einrichtung der Unterbringung der Geflüchteten, für gute Arbeitsplätze im Ankunftszentrum und für eine Ausstattung der Umgebung, z.B. Gemeinschaftsräume, Sportflächen und öffentlichen Nahverkehr, die von geflüchteten und anderen Bewohner:innen gemeinsam genutzt werden können. Bereits in der Übergangsphase werden konkrete Schritte für eine zunehmende Integration des Ankunftszentrums und für ein vielfältiges soziales Miteinander unternommen. Um eine gute Einbettung des Ankunftszentrums zu gewährleisten, ist eine zeitnahe Freigabe und Besiedlung der Gebäude zu ermöglichen.


Die zusammenhängende Agrarlandschaft mit ihren fruchtbaren Böden wird erhalten. PHV umfasst 97 Hektar. Darüber hinaus dürfen keine weiteren Flächen jenseits heutiger Siedlungsgrenzen in Anspruch genommen werden. Der Bürgerentscheid wendet sich auch gegen die zunehmende Flächenversiegelung.
Das Ankunftszentrum soll in PHV so integriert werden, dass möglichst viel preisgünstiger Wohnraum mit hoher Lebensqualität für alle in PHV entsteht. Das wird mit einer Sanierung im Bestand und Neubau mit ressourcensparenden, umweltfreundlichen Materialien und Techniken erreicht. Die hochwertigen Grünflächen in PHV mit großer Biodiversität und klimaökologisch wirksamen Flächen werden erhalten.

 


Gegen die Verlagerung des Ankunftszentrums für Flüchtlinge in die Wolfsgärten

Keine Ausgrenzung von Geflüchteten in ein isoliertes Ankunftszentrum


Stadt geht nur miteinander.

Wir stehen für ein gutes Zusammenleben aller Menschen und für Vielfalt der Bewohner:innen und Lebensformen in Heidelberg. Wir sind gegen die Ausgrenzung von Geflüchteten. Deshalb muss das Ankunftszentrum im neuen Stadtteil Patrick-Henry-Village (PHV) errichtet werden. Mit knapper Mehrheit hat der Gemeinderat entschieden, das Ankunftszentrum auf das isolierte Areal „Wolfsgärten“ zu verlagern. Dieses Gebiet liegt zwischen stark befahrenen Autobahnen und Bahntrassen. Es würde dicht bebaut werden, und es bietet nicht ausreichend Platz für Spiel- und Bewegungsflächen. Die Wolfsgärten sind kein geeigneter Wohnort, an dem die Menschen auf der Flucht vor Not, Gewalt und Krieg ankommen können.

Ein gutes soziales Klima schützt uns alle und hilft nicht nur den geflüchteten Menschen. Deshalb soll das Ankunftszentrum im neu entstehenden Stadtteil Patrick-Henry-Village bleiben.


Wolfsgärten als Grün- und Ackerfläche erhalten

Ackerflächen sind für eine regionale Versorgung und für ein gutes ökologisches Stadtklima nicht ersetzbar.

Der Boden der Wolfsgärten ist mit der höchsten von vier Qualitätskategorien ausgewiesen. Eine Bebauung und Versiegelung bedeuten den Verlust fruchtbaren Ackerbodens, der für eine regionale Versorgung mit Lebensmitteln wichtig ist. Die Bebauung schädigt Gewässer, Flora und Fauna. Das Gebiet ist zudem im Klimagutachten für die Stadt Heidelberg von 2015 als Kaltluftgebiet ausgewiesen. Eine Bebauung widerspricht den Empfehlungen dieses Klimagutachtens.

Die Wolfsgärten müssen als landwirtschaftliche Flächen erhalten bleiben. Sie sichern die regionale Versorgung mit Lebensmitteln und schützen das Klima.


Am Sonntag, den 11. April 2021, oder besser noch vorher per Briefwahl, können Sie über die Frage abstimmen: Sind Sie gegen die Verlagerung des Ankunftszentrums für Flüchtlinge auf die landwirtschaftlich genutzte Fläche Wolfsgärten? Stimmen Sie mit JA!

Wir brauchen viele Unterstützer:innen. Machen Sie mit!

Schreiben Sie uns eine E-Mail an info (at) ankunftszentrum-hd.de